Ein Forschungslabor für verlorene, seltene und wenig erforschte Arten.
RARElab ist eine gemeinnützige Forschungsorganisation für Biodiversität, gegründet 2025 in Starnberg, Bayern. Wir sind ein Team von Forschenden, die verlorene, wenig erforschte und gefährdete Arten untersuchen, mit Partnern in ganz Europa und in den Tropen.
Woran wir arbeiten
Wir arbeiten an verlorenen, seltenen, gefährdeten und wenig erforschten Arten. Die vier Kategorien überschneiden sich stark: „selten" bedeutet oft zugleich „gefährdet" und „wenig erforscht", und eine verlorene Art ist meist alles auf einmal.
Wie wir arbeiten, hängt vom Projekt ab. Unsere Methoden reichen von Feldkartierungen über Bioakustik und Umwelt-DNA bis zu Telemetrie und maschinellem Lernen. Wir haben eigene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Team und kooperieren mit Hochschulen, lokalen Gemeinschaften und Bürgerwissenschaftlern. Diese Arbeit funktioniert nicht im Alleingang.
Warum diese Arbeit
Der größte Teil der Naturschutzforschung und -finanzierung fließt zu einer Handvoll Arten. Eine Auswertung von 14.600 Naturschutzprojekten aus 25 Jahren ergab, dass 82,9 % der Mittel (1,6 Milliarden US-Dollar) auf Wirbeltiere entfielen, und davon wiederum fast die Hälfte auf gerade einmal 47 Arten, überwiegend große Säugetiere und Meeresschildkröten. Amphibien, eine der am stärksten bedrohten Gruppen weltweit, erhielten weniger als 3 %. Die meisten anderen Gruppen bekommen so gut wie nichts.
Die Arten, mit denen wir arbeiten, sitzen auf der falschen Seite dieser Lücke. Manche sind klein und leicht zu übersehen. Andere sind dem Namen nach bekannt, aber kaum erforscht. Was sie verbindet: Sie sind selten, wenig untersucht oder bereits auf dem Weg, verloren zu gehen. Die nötige Arbeit ist unscheinbar und langwierig: gezielte Suchen nach Tieren, die vielleicht schon weg sind, grundlegende Ökologie, die noch niemand gemacht hat, erste belastbare Bestandsschätzungen. Das macht keine Schlagzeilen. Es passiert auch nicht von selbst.
Wie RARElab entstanden ist
RARElab entstand aus der Einsicht, dass akademische Forschungsförderung die nötige Arbeit nicht leisten würde. Der Gedanke kam 2021 auf, als Andrew an einem Paper über verlorengeglaubte Arten mitarbeitete und das Konzept zum ersten Mal sah. Tiere, die seit zehn Jahren oder länger nicht mehr verlässlich beobachtet wurden, weder eindeutig ausgestorben noch eindeutig vorhanden, häufig nur deshalb, weil niemand mehr hinsah. Das ließ ihn nicht los. Die Arbeit, solche Fälle zu klären, ist teuer, langwierig und liefert vielleicht nie Ergebnisse. Genau darum finanzieren Universitäten und Forschungsrate sie meist nicht. Eine privat getragene Non-Profit kann hier tun, was öffentliche Forschungsmittel oft nicht können oder wollen.
Verlorene Arten waren der Anfang, unser Spektrum ist breiter. Auch viele häufige Arten sind kaum erforscht. Über ihre Bewegungen, Populationsdynamik und grundlegende Ökologie wissen wir wenig, selbst bei Tieren, die charismatisch genug sind, um öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Diese Lücken zu schließen ist genauso wichtig wie das Wiederfinden der Verlorenen.
Von der Idee bis zur Gründung von RARElab dauerte es ein paar Jahre, aber irgendwann war der Moment „jetzt oder nie". Andrew, Annika und Auguste schlossen sich 2025 zusammen, um Forschung und Schutz für die Arten zu betreiben, die zu oft hinten herunterfallen. Andrew bringt Hintergrund in Ökologie und Naturschutztechnologie mit, Annika in Verhaltens- und chemischer Ökologie, Auguste in vergleichender Kognitionsforschung am Max-Planck-Institut. Die Teamseite listet alle auf, einschließlich Beirat und regionaler Beraterinnen und Berater.
Mit uns arbeiten
Wir arbeiten mit Forschenden, Organisationen und Unterstützenden, denen Natur und Biodiversität genauso am Herzen liegen wie uns. Es gibt mehrere Wege, sich einzubringen: Partnerschaften, Förderung, Feldarbeit, Citizen Science. Wer im Feld helfen kann, ist besonders willkommen.